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Wolfgang
Amadeus Mozart Sonate c-moll
KV 457 Molto allegro | Adagio | Allegro
assai
Wie bei der Klaviersonate
a-Moll KV 310 handelt es sich bei KV 457, Mozarts zweiter und letzter
Mollsonate, um ein extrem düsteres Werk. Der stürmisch-drängende
Gestus der Rahmensätze findet sich in Mozarts Klavieroeuvre selten. Mozart
ließ die Sonate 1785 zusammen mit der Fantasie c-Moll KV 475 drucken. Mit
der Gattung der Fantasie weist auch das Schlussrondo mit seinen unvermittelten
Generalpausen in harmonischer Schwebe Gemeinsamkeiten auf. Einziger Lichtblick
dieses Werkes ist der lyrische Mittelsatz in Es-Dur, der dunkle Regionen
sorgsam meidet.
Alexander
Nikolajewitsch Skriabin Etude cis-moll op.42
Genannt werden muss aus diesem Zyklus, der 1903 während
einer besonders fruchtbaren Periode in Skriabins Leben entstammt, die
Etüde Nr. 5 cis-moll (Affanato, 12/8), deren Aufbau einer Sonate ohne
Durchführung entspricht. Der Gestus ähnelt dem der berühmten
Etüde dis-moll op. 8/12, nur sind hier die unruhigen Figurationen der
linken Hand nicht Basis, sondern Untermalung des Geschehens. Diese das gesamte
Stück hindurch niemals abreißende Sechzehntelbegleitung haben die
beiden Themen (das erste statisch-zuständlich, das zweite impulsiv)
gemeinsam; die Suggestivität jenes ununterbrochenen Bewegungsablaufes
zwingt dann in der Reprise auch die Themen selbst zur Aufspaltung, sodass die
Coda der linken Hand erstmals andere Aufgaben zuteilen kann, weil das
Sechzehntelband von der rechten Hand weitergewoben wird: Sie wirft metrisch
unverträgliche (Duolen gegen drei Achtel), mächtige Akkorde in das
Geschehen, das immer mehr einem frenetischen Taumel gleicht. Vier Takte
müssen reichen, um vom ff bis zum Schlussakkord pp in terzlosem cis-Moll
zurückzufinden.
Felix
Mendelssohn
Bartholdy Variations sérieuses op.54
1842, zu einer Zeit, in der so genannte Variations
brillantes, rein virtuose Fantasien über modische Themen, den
Musikalienmarkt überschwemmten, legte Mendelssohn mit seinem op.54 ein
Werk vor, das sich einerseits an den Variationen in c-moll von Beethoven zu
orientieren scheint, andererseits bereits die Brücke zu dem Variationsstil
von Brahms schlägt. Die Variations sérieuses op.54 sind mit Recht
eines der geschätztesten Werke des Komponisten. Sein guter Freund, der
Komponist und Pianist Ignaz Moscheles bekannte Ich spiele die Variations
sérieuses immer wieder, jedes Mal genieße ich die Schönheiten
aufs neue.
Ludwig van
Beethoven Sonate E-Dur
op.109 Vivace ma non troppo | Prestissimo | Andante molto cantabile ed
espressivo
Ludwig van Beethovens
Klaviersonate op.109 stammt aus dem Jahr 1820. Zu den Stücken dieser
Periode gehören unter vielem die letzten fünf Klaviersonaten, die 9.
Sinfonie, die späten Streichquartette und die Missa Solemnis. Nach der
umfangreichen Hammerklaviersonate op. 106 kehrt Beethoven darin zu kleineren
Dimensionen und einem intimeren Charakter zurück. Die Sonate ist
Maximiliane Brentano gewidmet, der Tochter von Beethovens langjähriger
Freundin Atonie Brentano, für die Beethoven 1812 bereits das kleine
Klaviertrio in B-Dur komponiert hatte. Beethoven hat sich sein ganzes Leben
lang immer mit der Form der Sonate beschäftigt. Seine ersten Sonaten
konnte er bereits im Alter von 13 Jahren veröffentlichen. Für das
Klavier hat er insgesamt 32 Sonaten, für Violine und Klavier 10, und
für Cello und Klavier 5 Sonaten geschrieben - eine gewaltige Zahl. Dazu
kommen noch einige andere Kammermusiken, die Klavierkonzerte und das
Violinkonzert, die, ähnlich wie bei Mozart, in den Kopfsätzen
erweiterte Sonatenformen darstellen. Kaum jemand war je mit der Form der Sonate
so vertraut wie Beethoven. Dadurch ergab sich in seiner letzten, tauben
Lebensphase, dass er durch vollkommene Ausnutzung und tiefe Kenntnis dieser
Form gewissermaßen über die Konvention der Sonatenhauptsatzform
hinauswachsen konnte. Über der E-Dur-Sonate liegt formal eine Art
Schleier, der sich bei näherer Betrachtung nicht als zufälliger
Umgang mit der Form erweist, sonders als deren meisterhafte Komprimierung und
Erweiterung. Musikalisch zeichnet sich das dreisätzige Werk durch einen
freien und originellen Umgang mit der überlieferten Sonatenform aus. Sein
Schwerpunkt liegt auf dem dritten Satz, einem Variationensatz, der sein Thema
individuell und auf völlig unterschiedliche Weise interpretiert. Der
Anfang der Sonate ist irreführend. Sie beginnt mit einem Vivace, das
allerdings von einem frei improvisiert wirkenden Adagio unterbrochen wird. Man
glaubt für einen kurzen Moment, sich in einer Fantasie im Stile CPE Bachs
oder Mozarts zu befinden. Tatsächlich aber ist dieser Satz ein echter
Sonatensatz, das Vivace stellt die erste, das Adagio die zweite Themengruppe
dar. Eine andere Art von Verschleierung findet auch im zweiten Satz. Dort steht
ein Prestissimo statt des üblichen langsamen Satzes. Man glaubt sich in
den Kopfsatz einer großen e-moll-Sonate versetzt, der erste Satz klingt
in der Erinnerung plötzlich wie eine Einleitung. Beethoven scheint diese
beiden Sätze, die er auch nicht durch den üblichen Doppelstrich
voneinander trennte, als Musik geschrieben zu haben, die es ermöglicht,
sich für die große innere Reise des dritten Satzes zu öffnen.
Im Zentrum des Werkes steht der dritte Satz, genauer, das Thema dieses
Variationssatzes. Es wird zu Beginn des Satzes mit Wiederholungen vorgestellt.
Das erste Thema ist eine herrliche, sehr verinnerlichte Melodie, die aus einer
ähnlichen Sphäre stammt wie der langsame Satz des
c-moll-Klavierkonzerts, ist beinahe wie ein choralartiger Streichersatz
gesetzt. Die Wiederholungen beider Teile dieses Chorals bekommen im Verlauf der
Variationen immer größere Bedeutung. Eigentlich sind es nur 6
Variationen, z. T. jedoch Doppelvariationen. Beethoven nutzt die Wiederholungen
aus, um die Verdichtung und Dramatisierung des Adagio-Themas immer weiter und
mächtiger voranzutreiben. Er beleuchtet das Thema von allen Seiten, indem
er Tempo und Dynamik nutzt, bis er das ursprünglich so schlichte Thema
praktisch demontiert hat und es sich kurz vor Ende des Satzes nach einem
dramatischen Fugato in Trillern, Läufen und Arpeggien aufzulösen
scheint. Die Musik scheint zu explodieren, ein weiteres Fortkommen
unmöglich. Da leuchtet plötzlich das Thema in seiner
ursprünglichen Einfachkeit wieder auf, dieses Mal ohne Wiederholungen,
ohne Frage, ohne Antwort.
George
Enescu Sonate Nr.3 Vivace
con brio | Andantino cantabile | Allegro con spirito
Der Kompositionsstil Enescus ist schwer zu fassen; er schwankt
zwischen einer an Wagner orientierten Monumentalromantik der ersten Sinfonie
(1903), französischen Einflüssen in den Sept Chansons de
Clément Marot (1908), neobarocken Tendenzen in der zweiten
Orchestersuite (1915) und einem ganz individuellen modernen Ausdruck wie in
vielen Kammermusikwerken, der Oper Oedipe und der Kammersinfonie (1954), seinem
letzten Werk. Doch dem breiten Publikum ist Enescu nur mit den von der
rumänischen Volksmusik inspirierten Stücken bekannt: der dritten
Violinsonate Dans Le Caractère Populaire Roumain (1926), der
dritten Orchestersuite Villageoise (1938), vor allem aber mit den beiden
Rumänischen Rhapsodien op.11 (1901), deren Popularität selbst ihrem
Schöpfer unangenehm wurde. Sie verstellen noch heute den Blick auf das
vielseitige Schaffen des bedeutendsten rumänischen
Komponisten.
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Programmdetails
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4. Juni 2009 | 20.00 Uhr |
Stadthalle Soest | Dasselwall 1 | 59494 Soest Eintritt: 29,00
Reservierung: Tel: 02921-96 95 135 | Mo. -
Fr. 8.00 Uhr - 12.00 Uhr | Fax: 02921-96 95 143
E-MaiL
klavierkonzert@steinberg-partner.de |
www.steinberg-partner.de/klavierkonzert |
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